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Demag Cranes halten 06.04.2009
Bankhaus Lampe
Düsseldorf (aktiencheck.de AG) - Gordon Schönell, Analyst vom Bankhaus Lampe, stuft die Aktie von Demag Cranes (ISIN DE000DCAG010 / WKN DCAG01) weiterhin mit "halten" ein.
Am 24.02.2009 sei bekannt gegeben worden, dass Harald Joos an der Spitze des Düsseldorfer Kranherstellers durch Aloysius Rauen abgelöst werde. Rauen sei zuletzt Vorsitzender der Geschäftsführung der Eurofighter Jagdflugzeug GmbH gewesen. Offiziell habe es unterschiedliche Auffassungen zwischen dem Aufsichtsrat und Joos über die künftige strategische Ausrichtung der Gesellschaft gegeben. Intern werde spekuliert, dass der Aufsichtsrat von Joos aufgrund der Krise geplante Kapazitätsanpassungen nicht habe absegnen wollen.
Den letzten News-flow im Zusammenhang mit dem operativen Geschäft habe es bei Veröffentlichung der Zahlen für das erste Quartal gegeben. Positiv überrascht habe die Analysten der nur leicht um 4,6% auf 281,3 Mio. EUR rückläufige Auftragseingang. Hier habe das Segment Industriekrane entgegen ihren Erwartungen sogar einen Zuwachs von noch 2,9% auf 150,4 Mio. EUR erzielt. Einem Nachfragerückgang in den etablierten Märkten hätten noch gute Wachstumsraten in den Emerging Marktes gegenübergestanden.
Im Segment Hafentechnologie würden sich die Auswirkungen der schwachen Konjunktur am deutlichsten bemerkbar machen. Der Auftragseingang sei hier um 38,8% gesunken. Der Auftragsbestand des Konzerns habe aber mit 488,1 Mio. EUR trotzdem um 13,5% über dem Niveau des ersten Quartals des vorherigen Geschäftsjahres gelegen. Hier habe insbesondere das Segment Industriekrane mit +32,0% eine sehr gute Entwicklung aufgewiesen.
Der Konzern-Umsatz habe sich auf 303,0 Mio. EUR belaufen und damit noch um 4,1% über dem Niveau des Vorjahres gelegen. Getragen worden sei dieses Wachstum durch die Segmente Industriekrane (+8,2%) und Services (+3,6%). Im Segment Hafentechnologie sei der Umsatz um 4,1% gesunken, was aber lediglich einem Rückgang von ein bis zwei Kranen entspreche. Das Konzern-EBIT habe sich um 2,0% auf 30,1 Mio. EUR erhöht, die Marge habe entsprechend von 10,2% auf 9,9% leicht abgenommen. Grund hierfür seien erste Anzeichnen einer sinkenden Auslastung sowie leicht höhere Holdingaufwendungen infolge einer weiteren geplanten Zentralisierung der Konzernfunktionen gewesen.
Dem Konzern stehe eine Kreditlinie in Höhe von 325,0 Mio. EUR mit einer Laufzeit bis 2011 zur Verfügung. Davon seien zum Stichtag 31.12.2008 angabegemäß insgesamt 168,4 Mio. EUR in Anspruch genommen worden. Die Bilanz habe liquide Mittel in Höhe von ca. 81,0 Mio. EUR ausgewiesen. Dem gegenüber hätten lang- und kurzfristige Finanzverbindlichkeiten in Höhe von etwa 109 Mio. EUR gestanden, so dass sich die Nettofinanzverbindlichkeiten auf lediglich ca. 28,0 Mio. EUR belaufen hätten. Die Eigenkapitalquote habe bei ca. 30% gelegen und habe damit wieder leicht gesteigert werden können.
Die Gesellschaft habe bis zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Prognose für das laufende Geschäftjahr genannt. Hiermit sei frühestens im Rahmen der Veröffentlichung der Zahlen zum zweiten Quartal zu rechnen. Die von der Gesellschaft immer angepriesenen langfristigen Trends, die sich als Treiber im Geschäft von Demag Cranes erweisen sollten, wie z.B. Verbesserung der Infrastruktur, Anstieg des Containerumschlags durch Globalisierung sowie der Outsourcing- Trend im Service-Geschäft mögen intakt sein, so die Analysten vom Bankhaus Lampe. Allerdings hätten die Entwicklungen, vor allem im Segment Hafentechnologie, gezeigt, dass der "MegaTrend Infrastruktur" kurzfristig (oder auch mittelfristig?) nicht als Treiber für das Geschäft von Demag Cranes angesehen werden könne.
Wann sich die Frachtraten auf den Weltmeeren wieder erholen, die Auslastungen der Häfen und damit die Erträge der Hafenbetreiber wieder steigen und Infrastrukturprojekte damit wieder lohnenswert machen würden, sei derzeit ungewiss. Zwar habe sich beispielsweise der Baltic-Dry-Index von seinen letzten Tiefständen bereits wieder leicht erholt, sei aber dennoch weit von früheren Notierungen entfernt. Den Break-even im Segment Hafentechnologie sehe die Gesellschaft bei einem Umsatz von 240 bis 250 Mio. EUR. Die Analysten würden hier derzeit mit einem Rückgang von 20% auf 260 Mio. EUR kalkulieren, so dass hier eventuell am Geschäftsjahresende noch ein leicht positives operatives Ergebnis zu Buche schlagen könnte.
Im Segment Industriekrane würden die Analysten die Situation angesichts des hohen Auftragsbestands etwas besser beurteilen. Hier bleibe abzuwarten, ob an den guten Auftragseingang im ersten Quartal einigermaßen angeknöpft werden könne. Dieses Segment sei bisweilen als das konjunkturabhängigste eingestuft worden (bevor sich der deutliche Einbruch im Segment Hafentechnologie eingestellt habe). Nach Erachten der Analysten seien die Neuinstallationen in diesem Segment sehr von der industriellen Bautätigkeit abhängig, die meist mit hohen Investitionen verbunden seien und zudem oft im Rahmen von aktuell nicht notwendigen Kapazitätsausweiten getätigt würden. Die Analysten würden hier mit Umsatzrückgängen im Bereich von 10% kalkulieren.
Das Service-Geschäft habe im letzten Geschäftsjahr einen Umsatzbeitrag von 27% geliefert. Für dieses Segment würden die Analysten ebenfalls stabile Umsätze erwarten. Zum einen müssten die Krane aus Sicherheitsgründen regelmäßig gewartet werden, zum anderen würden die Analysten eine Verschiebung der Umsätze weg von Neuinstallationen hin zu einer höheren Inanspruchnahme von Wartungsleistungen erwarten. Im ersten Quartal habe die Gesellschaft in diesem Segment trotz einer Erhöhung der Umsätze Einbußen in der Marge hinnehmen müssen, was die Analysten so zunächst nicht erwartet hätten. Hier würden sie mit einem Rückgang der EBIT-Marge um 3%-Punkte kalkulieren.
Die Analysten hätten die Aktie der Demag Cranes AG im Anschluss an die Zahlen zum ersten Quartal bei einem Kurs von 19,35 EUR von Kaufen auf Halten zurückgestuft, da ihr Kursziel nahezu erreicht wurde. Ihre Vorsicht erweise sich bis zum jetzigen Zeitpunkt als richtig. Seitdem habe die Aktie knapp 250f0 an Wert verloren. Hier spiele nach Erachten der Analysten die Erwartung schwacher Auftragseingänge im zuletzt noch stabilen Segment Industriekrane eine Rolle.
Die Analysten vom Bankhaus Lampe sind weiter vorerst zurückhaltender und bestätigen ihre Anlageempfehlung "halten" für die Demag Cranes-Aktie. Das Kursziel werde von 20,00 EUR auf 15,50 EUR gesenkt. (Studie "MDAX-Guide Frühjahr 2009" vom 06.04.2009) (06.04.2009/ac/a/d)
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